Seit 2017 findet bei Virtus, dem internationalen Verband für Sportler mit geistiger Behinderung, der Dressursport in Form von Video Competitions statt. Den Teilnehmern werden FEI-Prüfungsaufgaben vorgegeben, wobei die Ritte gefilmt und internationalen Richtern in verschiedenen Ländern vorgelegt werden. Die Videos werden nach strengen VIRTUS-Vorgaben erstellt. An der VIRTUS Video Competition 2022 waren für Deutschland Franziska Hidding (Schwerte), Janine Schwirblat (Münster) und Tatjana Raible (Horb) dabei. Die Wettkämpfe waren in ein Trainingswochenende Ende August im Pferdesport- und Reittherapiezentrum der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen-Buschbell eingebettet. In der Teamwertung belegte das Trio den ersten Platz vor Australien.

VIRTUS Video Competition 2022, Foto: privat

Die Teilnehmer, Trainer, Projektleiter und Förderer beim Trainings- und Wettkampfwochenende in Frechen. Foto: privat

Das deutsche Team musste dieses Jahr leider auf Max Abing (Neuenkirchen) verzichten. In den vergangenen Jahren war er mit seinem Pferd Sir Rubinstein stets ein Garant für vordere Platzierungen. Wegen einer Verletzung seines Pferdes konnte er nicht an den Start gehen.

Franziska Hidding vom LRV Kalthof startete mit der siebenjährigen Oldenburger Stute Greta (Genesis/De Niro). Greta befindet sich seit vier Jahren im Besitz der Reiterin und war mehrfach siegreich in Dressuren der Klasse M unter Franziskas Vereinskameradin Gina Extra. Koordiniert wird das Team durch Ausbilderin und Trainerin Anke Hidding. „Den Einsatz von Greta zum einen im Regelsport, zum anderen im Para-Sport empfinde ich als eine Bereicherung. Durch die unterschiedlichen Trainingsanforderungen bleibt sie empfänglich für feine Körpersignale, wird nicht überfordert und abwechslungsreich trainiert. Mit Greta kann ich meine Grenzen überwinden und hoffe, sie ist nirgendwo lieber zuhause als bei uns“, sagt Franziska Hidding.

Janine Schwirblat aus Amelsbüren bei Münster durfte Pauline reiten, ein Pferd im Besitz der Gold-Kraemer-Stiftung. Die beiden passten sehr gut zusammen und trugen maßgeblich zum Mannschaftssieg bei.
Da ohne Hilfszügel geritten werden musste, war der gute Ausbildungsstand von Pauline sehr hilfreich. Janine wird seit vielen Jahren von Martina Schuchardt (Münster) trainiert.
„Reiten ist meine größte Leidenschaft und mein Leben“, berichtet Janine Schwirblat. „Ich finde Virtus gut, weil ich im Team reiten kann und neue Orte und Menschen kennenlerne. Allein könnte ich das nicht schaffen.“

Tatjana Raible aus Horb in Baden-Württemberg startete für die Pferdefreunde Ergenzingen. Die erfahrene Reiterin hatte sich während eines Lehrgangs im Sommer für Herbert entschieden – ebenfalls ein Pferd der Gold-Kraemer-Stiftung. Nach vier Trainingseinheiten mit ihrer Trainerin Christa Hinrichsen (Gomaringen) vor den eigentlichen Prüfungsaufgaben fanden die beiden schnell wieder zusammen und konnten gute Ritte zeigen.

Janine und Tatjana als Reiterinnen von Leihpferden auf nationalen und internationalen Turnieren muss großer Respekt gezollt werden, da der Ausbildungsstand der Leihpferde vorher meist nicht bekannt ist und sie im täglichen Reitbetrieb oft mit Ausbindern geritten werden. Reiterliches Können und Mut sind da unabdingbar.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Text: Elke Lindner, DKThR