Foto: Stephan Kube

Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen

Für viele Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung oder einer Sinnesschädigung stellt das Reiten, Fahren oder Voltigieren ein sportliches Lern- und Übungsfeld dar, das sie gemeinsam mit nicht behinderten Menschen nutzen können. 

Im Rahmen des Breitensports wird die Sportausübung gemeinsam mit dem Pferd zum Hobby und stellt eine Möglichkeit dar, soziale Kontakte zu knüpfen und der häufig behinderungsbedingten Bewegungseinschränkung entgegen zu wirken.

Im Leistungsbereich messen behinderte Menschen ihr Können in speziell an Ihren Wettkampfklassen (Grade) ausgerichteten Prüfungen, z.B. bei den Paralympics, oder in Prüfungen gemeinsam mit nicht behinderten Reitern und Fahrern.

Der Pferdesport ist durch die Entwicklung spezieller Hilfsmittel und besonders ausgebildeter Pferde auch für schwerstbehinderte Menschen möglich. Behinderte Sportler benötigen für die Teilnahme am Reit- oder Fahrsport einen Sportgesundheitspass

Trainiert werden Menschen mit Behinderungen im Pferdesport von Trainern mit einer Zusatzqualifikation im Bereich Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen. Die ärztliche Betreuung erfolgt in der im Behindertensport üblichen Weise in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt.  

Ausbilder im Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen müssen Kenntnisse über die verschiedenen Beeinträchtigungen behinderter Reiter haben. Neben der Ausbildung geeigneter Pferde stehen die Auswahl kompensatorischer Hilfsmittel und Aufstiegshilfen und die Unterrichtserteilung im Vordergrund der Aufgaben des Trainers. 

"Auf dem Pferd hat jeder Mensch vier gesunde Beine."

Pfarrer Gottfried von Dietze († 2012), Pferdefachmann und Wegbereiter des Therapeutischen Reitens in Deutschland.

Historie: Pfarrer Gottfried von Dietze gehörte 1970 zu den Gründungsmitgliedern des DKThR. Nach einer schweren Beinverletzung im 2. Weltkrieg begann von Dietze entgegen dem Rat seiner Ärzte wieder zu reiten, erlangte dadurch seine Gehfähigkeit zurück und entdeckte den therapeutischen Wert der Bewegungen des Pferdes für den menschlichen Körper.