Regelkonforme Ausrüstung der Para-Equestrian Reiter und Fahrer im Regelsport

Grundsätzlich gelten die LPO-§§ 68 (Ausrüstung der Reiter) und 70 (Ausrüstung der Reitpferde) sowie der Anhang 3. „Wettkampfordnung für Menschen mit Behinderungen im Pferdesport (LPO Seite 300-301).  

LPO = Leistungs- und Prüfungsordung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V.

Teilnehmer mit Handicap dürfen in Regelwettkämpfen nach LPO und WBO sowie Prüfungen nach APO ausschließlich die im Sportgesundheitspass eingetragenen „kompensatorischen Hilfsmittel“ einsetzen und damit ggf. von den Vorgaben der APO/LPO/WBO abweichen. Diese sind vorab von den zuständigen Richtern/ Prüfern zu prüfen.

Vom Grundsatzgedanken her dürfen „Kompensatorische Hilfsmittel“ keine Beeinflussung der Rittigkeit des Pferdes und/oder sonstige "Vorteilsverschaffung" gegenüber den Regelsportlern darstellen.

Die Teilnehmer sind verpflichtet, vor Beginn einer Leistungsprüfung, an der sie teilnehmen möchten, sowohl dem Richter auf dem Vorbereitungsplatz als auch den Richtern der Prüfung je eine Kopie ihres Sportgesundheitspasses vorzulegen. Zusätzlich ist das Original des gültigen Sportgesundheitspasses vorzulegen. Teilnehmer, die das Original des Sportgesundheitspasses auf Aufforderung nicht vorlegen können, werden von der jeweiligen Prüfung disqualifiziert.

Im Geltungsbereich der LPO/WBO muss in der Dressur bezüglich der Zäumung immer so geritten werden, wie dies durch die Ausschreibung -oder bei Prüfungen nach APO durch die Regelungen der APO- vorgegeben ist.

Beispiele von Möglichkeiten der „kompensatorischen Hilfsmittel“

  • Das Nutzen der Stimme als kompensatorisches Hilfsmittel
  • Seit-Sitzsattel (Damensattel)
  • Handgriff aus Leder am Sattel oder Riemen an Vorderzeug etc.
  • Erhöhter Sattelkranz (nicht bis zum Lendenbereich, max. 12cm höher als der tiefste Punkt der Sitzfläche)
  • Spezialsattel mit Pauschen etc.
  • Riemen vom Steigbügel oder Steigbügelriemen zum Sattelgurt
  • Gummiriemchen um Steigbügel und den Fuß
  • Spezialsteigbügel/Körbchenbügel oder Lederschuh-ähnliche Steigbügel
  • Haltebügel am vorderen Sattelzwiesel aus Metall oder Kunststoff (max. 10 cm hoch und 30 cm breit)
  • 2 Gerten gem. LPO, z. B. bei Kurzarmigkeit auch mit „Überlänge“ zulässig gem. Eintragung im SPG)
  • Spezialzügel mit Steg, Schlaufen, zusammengefasste Zügel (Kandare und Trense – ggf. je Zügelseite – jedoch keine Pelhamriemen), etc.
  • Arm- oder Beinfixierungen bei Lähmungen mittels ausschließlich mittels Klettbändern mit einem Verschluss von max. 3 cm x 6 cm, (diese müssen jedoch im Falle eines Sturzes nachgeben bzw. sich öffnen). Hierzu zählen auch Fixierungen der Steigbügels oder Steigbügelriemens am Sattelgurt
  • Zügel am Steigbügel (bei „ohne Arme“);
  • Umlenkrolle(n) am Vorderzeug oder Sattel für Kurzarmige;
  • Zügelsteg aus Kunststoff oder Holz (beide Zügel sind dort verbunden), z.B. bei einarmigen Reitern
  • Zügelschlaufen (eine Art Puller-Zügel für Reiter mit Behinderungen der Hand oder der Finger)
  • Sporen gem. LPO oder FEI-Reglement
  • Gruß nur mit Kopf (ist international immer erlaubt)