Foto: K.C. Montgomery

Para-Reining

Reining (von engl. ‚reins' = Zügel) zählt zu den Westernreitdisziplinen und wurde im Jahr 2002 vom Weltreiterverband FEI in die Liste der offiziellen FEI Disziplinen aufgenommen.

Die Ursprünge liegen in der Arbeitsreitweise des amerikanischen Westens. Für die tägliche Arbeit an den Rindern war das Pferd als Arbeitskamerad lebenswichtig. Es musste bei einhändiger Zügelführung gehorsam und willig auf die Hilfen des Reiters reagieren, um die Rinder kontrollieren zu können. Die dabei notwendigen Stopps und Wendungen haben sich im Laufe der Zeit zu eigenständigen Manövern verselbständigt, die den Reiz des modernen Reiningsport ausmachen. 

In 2014 öffnete sich diese Disziplin auch Reitern mit Behinderung Derzeit werden Wettbewerbe nach dem Regelwerk von World Para Reining (WPR) durchgeführt. Dies ist eine internationale non-profit Organisation mit Sitz in Pilot Point, Texas, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, zusammen mit den Reitern den Para Reining Sport (Reining für Menschen mit Behinderung) zu entwickeln und eine FEI-Anerkennung dieser Disziplin vorzubereiten. 

Grundlage für die Teilnahme am Para-Reining ist, wie in den anderen Para-Equestrian Disziplinen, der Sportgesundheitspass.

Im Rahmen des Equita’Lyon wurde im November 2018 auch die 3. Internationale World Para-Reining Challenge ausgetragen, welche 2016 in Oklahoma City, USA und 2017 in Ermelo, Niederlande ausgetragen worden war. Nachdem sich bereits im vergangenen Jahr die Deutsche Stefanie Schulz eine Silbermedaille im Einzel sichern konnte, erreichte die deutsche Mannschaft bestehend aus Stefanie Schulz, Elinor Switzer und Josephine Güttler in Lyon erstmals einen Medaillenrang im Teamwettbewerb, und dann gleich die Goldmedaille. Die Mannschaft wurde von Chef D’Equipe Anja Ernst betreut. 

Elinor Switzer engagiert sich seit 2014 als vorläufige Repräsentantin für Para-Reining im Para-Equestrian Beirat des DOKR. Sie ist überglücklich über diese Mannschafts-Goldmedaille, welche den Lohn für die vielen Jahre harter Arbeit in der Entwicklung des Westernreitsports für Menschen mit Behinderung in Deutschland darstellt. Auch in diesem Jahr wird sie weiter an der Überarbeitung des Para-Reining Regelwerks für Deutschland und den Weg zur FEI Anerkennung dieser Disziplin arbeiten. Wer Interesse an dieser Disziplin hat, kann sich mit ihr in Verbindung setzen: elinor.switzer@yahoo.com.