27.05.2020 Von: 1

Zertifiziert und neu im Programm: Berufsbegleitende Weiterbildung in der Traumapädagogik / Traumazentrierten Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik (DeGPT und Fachverband Traumapädagogik) mit Zusatzqualifikation in der pferdgestützten Pädagogik

Das Zertifizierungsverfahren ist abgeschlossen und wir können offiziell starten! Mit dieser Weiterbildung wird die einmalige Möglichkeit geschaffen, einen Doppelabschluss zu erwerben.


Foto: Juliette Weller

Mit erfolgreicher Beendigung dieser Ausbildung erhalten die Teilnehmer sowohl das Zertifikat „Traumapädagogik / Traumazentrierte Fachberatung mit Schwerpunkt Traumapädagogik“ nach dem Curriculum der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) und dem Fachverband Traumapädagogik (FV TP) als auch die Zusatzqualifikation in der pferdgestützten Pädagogik (DKThR).

Eine Verbindung beider Qualifikationen orientiert sich an den aktuellen Entwicklungen im pädagogisch-psychologischen Feld und ist bisher einmalig in Deutschland.

Die neue Fachrichtung Traumapädagogik bietet handlungsrelevante Erkenntnisse und methodische Überlegungen, die eine zielgerichtete Unterstützung ermöglichen. Sie folgt einem interdisziplinären Ansatz basierend auf verschiedenen Traditionen der Pädagogik und Psychologie (z.B. Psychotraumatologie, Psychoanalyse, Neuropsychologie und Bindungsforschung), aus denen traumapädagogische Konzepte erarbeitet werden können und konnten.

Die pädagogische Förderung mit dem Pferd unterstützt den Menschen mit Hilfe des Pferdes ganzheitlich in verschiedenen Settings in seiner Entwicklung. Dabei nimmt sie Bezug auf die individuelle Persönlichkeit und die Ressourcen des Menschen und geht somit über einen rein funktionalen Förderansatz hinaus. Der Umgang mit dem Pferd hat einen hohen Aufforderungscharakter und es werden Dimensionen angesprochen, die über andere Konzepte so nicht erreichbar sind.

Das Einsatzgebiet der Absolventen ist nicht auf traumatisierte Menschen begrenzt, sondern die Ideen, Inhalte und Methoden dieser Weiterqualifizierung dienen als nachhaltige, wirkungsvolle und handlungsorientierte Basis für die unterschiedlichsten pädagogischen Tätigkeitsfelder.

Impulsgeberin dieses neuen Angebots ist die DKThR-Lehrbeauftragte Susanne Tarabochia. Inspiriert durch ihre eigene Qualifikation zur Traumapädagogin startete in Tutzing bereits im September 2016 die klassische DKThR-Weiterbildung zum Reit- und Voltigierpädagogen erstmals mit der Vertiefungsstufe „Arbeit mit dem Pferd bei Menschen mit Traumaerfahrungen“. Das Angebot wurde erfolgreich evaluiert. Seit über einem Jahr steht das DKThR, federführend vertreten durch Susanne Tarabochia, mit der DeGPT in engem Austausch, um in Kooperation das neue, einmalige Angebot mit umfassendem Curriculum anbieten zu können.

Die wichtigsten Fakten auf einem Blick:

Was macht die Weiterbildung besonders?

Die Weiterbildung zeichnet sich durch einen kombinierten Abschluss in der Traumapädagogik und in der pferdgestützen Pädagogik aus, wobei beide Fachrichtungen unmittelbar miteinander verknüpft werden.

Teilnahmevoraussetzungen (Auszug):

Staatlich anerkannte Berufsausbildung oder Studium im Bereich Erziehung, Pädagogik, Psychologie oder Sozialwissenschaften + Trainer C Reiten oder Voltigieren (Basissport) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und seiner Anschlussverbände z. B. IPZV, Western, Barock oder „Qualifikation zum Umgang mit dem Pferd im sozialen und gesundheitlichen Bereich (DKThR)“ (kurz: UPSG), dreijährige Berufserfahrung

Struktur:

  • Neun berufsbegleitende Module
  • 380 UE, verteilt auf zwei Jahre
  • Präsenzphasen zur Vermittlung der fachrichtungsbezogenen Theorie und Praxis
  • Falldarstellung und Fallsupervisionen aus der eigenen Praxis mit Ausarbeitung einer schriftlichen Arbeit (Fallbesprechung)
  • begleitetes Selbstlernen und Lerngruppen (peergroups)
  • Praktikum im Umfang von 40 Stunden

Weiterbildungsleitung und Referenten:

Die Leitung der Weiterbildung übernimmt Susanne Tarabochia (Dipl. Sportlehrerin, Motopädagogin, Traumapädagogin, Erzieherin, Reit- und Voltigierpädagogin (DKThR)). Sie begleitet die Gruppe hauptverantwortlich, ist die zentrale Ansprechpartnerin und leitet die Gruppe bei allen Modulen an. In den verschiedenen Modulen wird sie durch weitere Referenten unterstützt und zu bestimmten Themen, z.B. Traumatherapie, durch Kollegen vertreten.

Weitere Referenten sind u.a.:

Katharina Greinwald (Tutzing), Dirk Baum (Bielefeld), Simone Schaberl (Peißenberg), Prof. Dr. Martin Sack (München), Birgit Heintz (Postmünster), Dr. Marika Weiger (Postmünster), Barbara Gromes (München), Susanne Kirchhoff (Tutzing).

Lehrgangsort:

Tutzing (BY), Greinwaldhof. Seit über 25 Jahren findet dort die pferdgestützte Therapie und Pädagogik für die Kinder und Jugendlichen der Tabaluga Kinder -und Jugendhilfe statt. Diese Einrichtung ist ein heilpädagogisch-therapeutischer Verbund von Kinder- und Jugendhilfeprojekten, der sich traumapädagogischen Standards verpflichtet hat.

Beginn (erstes Modul): 18. bis 22. November 2020

Ende (neuntes Modul): 29. April bis 1. Mai 2022

Persönlich Beratung unter 02581-92 79 19-2 (Anna Auf der Landwehr, Weiterbildung DKThR).

Geplant ist außerdem eine Online-Sprechstunde mit Lehrgangsleitung Susanne Tarabochia. Der Termin wird über die DKThR-Informationskanäle bekanntgegeben.