10.05.2017 Von: 9

Mannheim: Deutsche Para-Team Zweiter im Nationenpreis

Siege für Zeibig und Philipp in der Kür


Mannheim (fn-press). Das deutsche Para-Dressurteam hat auf dem internationalen Mannheimer Maimarktturnier Platz zwei im Nationenpreis belegt. Erstmals musste das Team auf heimischem Boden der Gastmannschaft den Vortritt lassen. Mit 415,996 Punkten trug das niederländische Quartett den Sieg vor Hannelore Brenner (Wachenheim, Grade IV) mit Kawango, Elke Philipp (Treuchtlingen, Grade I) mit Regaliz, Alina Rosenberg (Konstanz, Grade II) und Steffen Zeibig (Arnsdorf, Grade III) mit 408,887 Punkten und den norwegischen Reitern mit 395,892 Punkten davon. 

Schon seit 15 Jahren ist das Reit- und Springturnier während des traditionellen Mannheimer Maimarktes Gastgeber von Reitern mit Handicap. Die Chance dazu, verdanken sie Turnierleiter und FN-Präsidiumsmitglied Peter Hofmann, der über die Reitsportszene hinaus nicht nur als Impulsgeber, sondern auch als „Macher“ bekannt ist. 2014 war Mannheim der weltweit erste Ausrichter eines internationalen offiziellen Para-Equestrian-Nationenturniers (CPEDIO). Für seine Förderung bedankte sich das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten nun mit einem Silberteller, den der DKThR-Vorsitzende Dr. Jan Holger Holtschmit (Homburg) in Mannheim an Hofmann überreichte. 

Drei Mal Nationenpreis in Mannheim hieß bislang drei Mal Platz eins für ein deutsches Team in Folge. Doch in diesem Jahr reichte es nicht ganz zur Titelverteidigung. Grund dafür war der Ausfall von Elke Philipps Regaliz, mit dem sie in der ersten Wertungsprüfung, dem Teamtest, noch überlegen gewonnen hatte. "Regaliz war abends nicht ganz in Ordnung und wir mussten ihn abmelden, damit unsere Tierärztin sofort behandeln konnte. Wäre das Paar an den Start gegangen, hätte es vermutlich für einen Sieg gereicht. Schon deswegen, weil sich unsere Reiter in der zweiten Prüfung eigentlich immer gesteigert haben“, sagte Equipechefin Britta Bando (Hamburg), räumte aber auch ein: „Wir sind immer noch in einer Umbruchphase, mit neuen Pferden und auch neuen Reitern, die alle erst noch Erfahrungen sammeln müssen. Insofern bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“ Im Hinblick auf die Europameisterschaften, die in diesem Jahr gemeinsam mit Dressur, Springen und Fahren in Göteborg ausgetragen werden, gibt sich Bando zuversichtlich. „Bis dahin ist ja noch Zeit. Und wir sind mit unseren Reitern sehr gut aufgestellt, auch wenn die anderen Nationen in den letzten Jahren stark aufgeholt haben. Das macht es nicht einfacher, aber dafür spannender. Und wir sind ja bekannt dafür, dass wir um jeden Punkt kämpfen.“

Tatsächlich erwiesen sich die meisten deutschen Paare im dritten und letzten Wettkampf, der Kür, am stärksten. In Grade III erzielte Paralympics-Bronzemedaillengewinner Steffen Zeibig für seine Vorstellung mit der Hannoveraner Stute Feel Good (v. Fürst Heinrich) 74,889 Prozentpunkte. Damit verwies er die Niederländerin Rixt van der Horst mit Uniek N.O.P., die in den beiden vorangegangenen Prüfungen mit hauchdünnem Vorsprung vorne gelegen hatte, auf Platz zwei. Paralympics-Einzelreiterin Claudia Schmidt (Darmstadt) belegte mit dem Hannoveraner Romeo Royal (v. Royal Diamond) mit 70,5 Prozent den dritten Platz in der Kür.

In Grade I tröstete Elke Philipp ein Sieg mit dem Oldenburgers Fürst Sinclair (v. Fürstenball) über den Ausfall ihres Teampferdes Regaliz hinweg. Mit einem Ergebnis von 75,389 Prozent gewann sie nach der zweiten Wertungsprüfung auch die Kür – mit über acht Punkten Vorsprung vor dem Norweger Jens Lasse Dokkan mit Cypres (66,956 Prozent). Knapp hinter Dokkan belegte Silvia Logemann (Berne) mit dem Hannoveraner Danjo As (v. Dacaprio) mit 66,378 Prozent den dritten Platz.

Ebenfalls einen Podestplatz konnte sich Hannelore Brenner in der Kür des Grade IV sichern. Nachdem sie und ihr Trakehner Kawango (v. Sixtus) in den ersten beiden Prüfungen etwas Anlaufschwierigkeiten gehabt hatten, belegten sie zu guter Letzt mit 70,875 Prozentpunkten Platz drei hinter der in Mannheim dominierenden Manon Claeys aus Belgien mit San Dior (74,875 Prozent) und der Niederländerin Lotte Krijnsen mit Rosenstolz (72,542 Prozent). „Heute konnte man wieder sehen, dass das bei Hanne und ‚Kiwi‘ alles in die richtige Richtung geht“, sagte Britta Bando. 

Etwas Pech hatte lediglich Alina Rosenberg. In den beiden vorangegangenen Prüfungen mit ihrem Paralympis-Pferd Nea’s Daboun jeweils Zweite, musste sie mit nur 64,389 Prozent in der Kür mit Platz drei vorlieb nehmen. „Nea’s Daboun reagierte heute nicht so auf die Hilfen von Alina, wie es sonst gewohnt ist“, sagte Britta Bando. Siegerin in diesem Grade war die Finnin Jaana Kivimäki mit Bellilene mit 73,167 Prozent vor der erst 21-jährigen Julia Porzelt (Prien) mit Lettenhofs Lovely Daintiness mit 69,278 Prozent. „Das war bisher beste Ergebnis für Julia, die ja erst 21 Jahre alt ist“, freute sich Bando über den Erfolg der Nachwuchsreiterin.