Gemeinsame Pressemitteilung der Gold-Kraemer-Stiftung und des DKThR:

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, so der Vorsitzende des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR), Dr. Jan Holger Holtschmit, beim Leistungslehrgang für potentielle Paralympics-Teilnehmende am vergangenen Wochenende. Traditionell trafen sich Deutschlands beste Para-Dressurreiter:innen zum Jahresauftakt im Pferdesport- und Reittherapiezentrum der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen-Buschbell. Insgesamt acht Reiterinnen und ein Reiter waren der Einladung des DKThR gefolgt und nutzten die Chance, unter den Augen von Bundestrainer Bernhard Fliegl und Co-Bundestrainer Rolf Grebe ihren eigenen Leistungsstand und den ihrer Pferde zu testen.

Das Ziel: die Paralympics in Tokio. Wegen der Corona-Pandemie mussten sie 2020, wie alle anderen großen Sportereignisse, abgesagt werden. Der Nachholtermin steht zwar fest (24. August bis 5. September), jedoch kann niemand derzeit mit Sicherheit sagen, ob das Sportereignis überhaupt stattfinden wird. „Wir wissen, dass alle Planungen unter Vorbehalt passieren. Dennoch geht es darum, sich weiter bestmöglich fit zu halten“, unterstreicht Dr. Jan Holger Holtschmit die beginnende finale Vorbereitungsphase.

Die Trainer bescheinigten dem Kader einen sehr zufriedenstellenden Trainingsstand. Unter ihnen war erstmals der Neuro-Athletiktrainer Dirk Bolten. Sein besonderes Augenmerk galt der gezielten Analyse von natürlichen Bewegungsabläufen von Reiter:in und Pferd. Der Neurotrainer ging speziell auf die Bedürfnisse der Athlet:innen ein, die mit ihren unterschiedlichen Einschränkungen und Möglichkeiten jeweils sehr individuelle Trainingsimpulse erhielten. „Erst wenn die Reiter genau wissen, was sie tun, sind sie in der Lage, das umzusetzen, was sie sich vornehmen. Daher geht es heute darum, sich über die eigenen Bewegungsabläufe bewusster zu werden“, so Bolten. In der Praxis war dieser neue Trainingsansatz konkret zu spüren.

Das bestätigte auch Isabell Nowak aus Apelern in Niedersachsen. Die 38-Jährige zeigte auf ihrer Stute Fürstin HB, warum sie eine der vielversprechenden Nachwuchsathletinnen im Deutschen Kader ist. Als erfolgreiche Breitensportreiterin in der Dressur musste sie nach einem schweren Verkehrsunfall 2007 neu lernen, sich im Alltag und in ihrer Sportart zurechtzufinden. „Meinen ursprünglichen Beruf als Polizistin konnte ich nicht mehr ausüben. Mein rechter Oberkörper war gelähmt und meine Hüfte stark bewegungseingeschränkt“, sagt Isabell Nowak. Der Reitsport hat ihre geholfen, wieder Kraft zu finden. Ihr Weg in den Para-Dressursport war eher zufällt. Im Rahmen ihrer Rehabilitation nahm sie an der Bewegungsschule von Eckart Meyners teil, wo man ihr empfahl, ihr großes Talent im Pferdesport weiterzuentwickeln. „Ich habe gelernt, meine Defizite anzunehmen. In der Arbeit mit meinen Pferden kann ich diese sehr effektiv ausgleichen und kompensieren. Dass ich als Quereinsteigerin den Weg in den Para-Sport gefunden habe, fühlt sich für mich sehr gut an!“

Anerkennende Worte findet auch Dr. Jan Holger Holtschmit für Isabell Nowak: „Sie besitzt ein enormes Reitgefühl und entwickelt sich von Jahr zu Jahr großartig weiter. Ich kann mir vorstellen, dass sie auch Anschluss an die internationale Spitze finden wird.“

 Diese Pferd/Reiter-Paare haben teilgenommen:

  • Hannelore Brenner (Wachenheim), Grade IV mit Stute Belissima M
  • Saskia Deutz (Sehlen), Grade IV mit Stute Soyala
  • Heidemarie Dresing (Rheda-Wiedenbrück), Grade II mit Stute Responsible for me
  • Regine Mispelkamp (Geldern), Grade V mit Wallach Highlander Delights
  • Isabell Nowak (Apleren), Grade V mit Stute Fürstin HB
  • Elke Philipp (Treuchtlingen), Grade I mit Wallach Regaliz
  • Claudia Schmidt (Darmstadt), Grade III mit Wallach Rosso WRT
  • Dr. Angelika Trabert (Dreiech), Grade III mit Stute D’Augustina
  • Steffen Zeibig (Arnsdorf), Grade III mit Stute Feel Good

Anmerkung DKThR: Der Lehrgang fand statt nach den Regeln der Coronaschutzverordnung. Der Bundeskader Para-Dressur ist ein Kader des Deutschen Behindertensportverbands (DBS). Der Leistungslehrgang fand unter strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen nach dem Konzept des DBS statt. Alle Teilnehmer mussten sich im Vorfeld auf das Coronavirus testen lassen und ein negatives Ergebnis vorlegen. Zusätzlich wurde das kommunale Ordnungsamt über die Durchführung des Lehrgangs in Kenntnis gesetzt und Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben sich vor Ort über den Sachstand informiert.

Für den Vorsitzenden des DKThR ist der traditionelle Lehrgangsauftakt auf der barrierefreien Reitanlage der Gold-Kraemer-Stiftung immer auch ein willkommener Anlass, sich intensiv auch zu Themen außerhalb des Leistungssports auszutauschen. „In Frechen ist mit dem Pferdesport- und Reittherapiezentrum ein wichtiger Standort nicht nur für unsere operative, sondern auch für unsere strategische Arbeit hinzukommen. Wir sind sehr froh, mit der Gold-Kraemer-Stiftung einen Partner gefunden zu haben, der auch die therapeutische und heilpädagogische Arbeit mit dem Pferd weiterentwickelt“, unterstreicht Dr. Holtschmit.

Für die Stiftung erläutert der Geschäftsführer Dr. Volker Anneken: „Als offizieller Landesstützpunkt und anerkannte Einrichtung des DKThR bieten wir vielfältige therapeutische Möglichkeiten mit dem Pferd an und ermöglichen Menschen mit Beeinträchtigungen überdies die Teilnahme am inklusiven Reitsport und damit auch eine verbesserte soziale Teilhabe.”

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